Entscheidend ist die Gestaltung einer Ausstellung nach einem durchgehend erkennbaren Prinzip, um Erfolg bei der gewünschten Zielgruppe zu erreichen. Die Spezialisierung auf verschiedene Marktsegmente (Luxusbad, Schnelldreher) oder Stilwelten (mediterran, Landhaus, modern, minimalistisch, traditionell) bewirken die Ansprache der entsprechenden Klientel. Dabei ist der klassische Aufbau in Kojen mit an der Wand aufgereihten Objekten nicht immer ausreichend, um dem Anspruch gerecht zu werden, jeweils eine ganze Welt abzubilden — hierfür sind zunehmend Raumkonzepte und raumgreifende Inszenierungen vonnöten, die die Komplexität eines Themas/einer Kollektion mithilfe von innenarchitektonischen Mitteln (Farbklima, Boden- und Wandgestaltung, Licht) abbilden.
Authentizität (von griech./lat. = Echtheit, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit) bedeutet Echtheit, ein authentisches Objekt bezeichnet immer ein Original oder ein mit dem Original identisches Produkt (etwa in der Serienfertigung). Im übertragenen Sinne kann auch eine Form oder eine Haltung als authentisch (als Gegensatz zu vordergründig, oberflächlich, vorgeblich) wahrgenommen werden, wenn sie zwar nicht das Original kennzeichnet, wohl aber dessen ursprüngliche Qualität und „wahrhaftige“ Identität aufweist. Eine Corporate Identity kann demnach authentisch sein, wenn sie glaubhaft vertreten wird, ein Formzitat oder ein Re-Design ist authentisch, wenn es „im Sinne“ des Originals verwandt/gestaltet ist. Glaubwürdigkeit erscheint im Zeitalter unbegrenzter Reproduzierbarkeit verlässlicher als das Original, das kopiert werden kann, ohne seine „Seele“ zu besitzen.
Kunsthistorisch bezieht sich der Begriff Avantgarde auf Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Ideen und Kunstwerken ihrer Zeit vorausgreifen. „Avantgarde“ (frz: „l‘ avantgarde“ = Vorhut) steht dabei für eine neue Kunst des (beginnenden) 20. Jahrhunderts. Der Begriff ist eng mit der Moderne verbunden. Ziel einer avantgardistischen (meist elitären, sich als Vordenker verstehenden) Bewegung war ursprünglich immer eine gesellschaftliche Veränderung. In den künstlerischen Avantgarden, die sich vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Künstlergemeinschaften und -bewegungen entwickelten — etwa der italienische Futurismus, der russische Konstruktivismus, De Stijl (Holland) oder das Bauhaus in Deutschland — ist fast immer ein idealistischer Fortschrittsglaube festzustellen. Gemeinsam ist allen diesen Bewegungen, dass sie die jeweils herrschenden Geschmacksnormen ablehnen. Als avantgardistisch kann daher kein einzelner Stil bezeichnet werden, sondern vielmehr eine künstlerische oder intellektuelle Haltung. Vielmehr wird damit heute eine betont moderne künstlerische Ausdrucksweise verstanden, die provozieren will, um für ein neues ästhetisches oder gesellschaftliches Ideal zu werben. Selbst wenn das Ideal nicht verwirklicht werden kann, haben avantgardistische Bewegungen häufig einen großen Einfluss auf eine ihr nachfolgende Mode bzw. die künstlerischen Trends und Designentwicklungen ihrer Zeit.