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Köln, 19. - 25. Januar 2015

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Gravity Stool: Von der Natur geformt

Selbstbewusst geht die nächste Designergeneration mit neuen Technologien um und improvisiert, um experimentelle Ideen in Prototypen umzusetzen. Dabei werden die Produktideen häufig in Eigenregie gefertigt: als spektakuläre Einzelstücke oder in kleinen Auflagen. Mit dem Ergebnis, dass sich eine eigene Ästhetik entwickelt hat, die weniger industriell geprägt ist und noch weniger Kompromisse macht. Humorvoll, unkonventionell, extravagant, ambitioniert und visionär, manchmal aber auch nur genial einfach – so präsentiert sich heute das junge Design. Einen kleinen Vorgeschmack möchten wir Ihnen mit dem nachfolgenden Beispiel geben.

Nicht der Designer, sondern die Schwerkraft bestimmt die letztliche Gestalt des vom Niederländer Jolan van der Weil entwickelten Hockers. Er legt lediglich die Parameter für das Magnetfeld fest, in dem die mit Metallkernen versehenen Kunststoffpartikel sich zu einem Objekt formieren, auf dem man dann auch tatsächlich sitzen kann.

Van der Wiel, der gerade seinen Abschluss an der Amsterdamer Gerrit Rietveld Academie gemacht hat, konstruierte die aus Holzrahmen und Magneten bestehende Maschine und wählte einen weichen, gut formbaren Kunststoff für das von ihm entwickelte Herstellungsverfahren. Die letztendliche Ausformung des Spezialkunststoffs ist zufällig, organisch und bizarr. Das Design macht hier Unsichtbares sichtbar, indem sich die Magnetfelder in einem Produkt materialisieren.

„Es war eine Möglichkeit zu zeigen, dass sich Magnetfelder in einem Produkt materialisieren können. Wir können die Magnetfelder nicht sehen, aber sie sind da, einmalig und stark“, sagt der Niederländer. „Und wo gibt es eine bessere Möglichkeit das zu präsentieren, als in Design?“